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Wirksame und sinnvolle Strafen in der Hundeerziehung

Bei der Anwendung von Bestrafungen in der Hundeerziehung sollte man mit viel Vorsicht und Sachverstand vorgehen. Oftmals kann der Hundebesitzer nicht die Verknüpfung des Hundes bei der Hundeerziehung nachvollziehen. Da die Hundeerziehung grundsätzlich auf Verknüpfung von Handlung und Kommando besteht kann eine fehlerhafte Bestrafung in der Hundeerziehung fatale Folgen haben.

Eine wirksame Bestrafung für unerwünschtes Verhalten in der Hundeerziehung ist die s.g. ist die Auszeit, bzw. das zeitlich begrenzte Ignorieren des Hundes. Überdreht Ihr Hund beispielsweise beim Spiel und schnappt nach Ihrer Hand, so beenden Sie sofort das Spiel. Wichtig ist das Timing, der Hund schnappt, Sie beenden das Spiel, dadurch stellt er die Verknüpfung her. Diese Zwangspause ist eine sehr milde Art der Bestrafung und auch die einzige Strafe die in verschiedenen Ausbildungsbereichen Ihre Anwendung findet. Ist Ihr Hund beim Agilitytraining ein chronischer Frühstarter, so besteht die Starfe darin wortlos an der Leine eine Pause zu machen, bis er wieder an den Start darf.

Bestrafung in der Hundeerziehung ist wie bereits beschrieben eine unangenehme Einwirkung auf den Hund bei unerwünschtem Verhalten. Neben dem richtigen Timing ist auch der Informationswert der Bestrafung wichtig. Der Hund muss in der effizienten Hundeerziehung wissen wofür er überhaupt bestraft wird. Zerlegt Ihr Hund in Ihrer Abwesenheit die Wohnungseinrichtung, Sie kommen nach Hause und schimpfen, wird Ihr Hund sicherlich eingeschüchtert sein. Sobald er sich aber von dem Schrecken erholt hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß bei Ihrer nächsten Abwesenheit die Wohnung wieder zu zerlegen, da er die Verknüpfung nicht herstellen konnte. Bestrafen Sie Ihren Hund in der Hundeerziehung zu oft, ohne das er eine Verknüpfung herstellen kann, wird Ihr Hund stur und abgehärtet gegen Bestrafungen.

Neben dem bereits beschriebenem korrekten Timing der Bestrafung sollte die Bestrafung in der Hundeerziehung möglichst immer beim allerersten Versuch des unerwünschten Verhaltens erfolgen. Wenn das unerwünschte Verhalten beim ersten Mal direkt unangenehm für den Hund wird, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass er dies zukünftig unterlässt, weil er die Verknüpfung verstanden hat. Wird das unerwünschte Verhalten nicht sofort sanktioniert und Ihr Hund entwickelt im schlimmsten Fall sogar Spaß daran, werden Sie wahrscheinlich auch mit harten Strafen wenig erreichen. Im besten Fall wird sich Ihr Hund lediglich in Ihrer Gegenwart und Kontrolle zusammenreißen

Bestrafung sollte in keinem Falle ein Mittel zur Hundeerziehung sein, Bestrafung sollte nur selten erfolgen, aber nachdrücklich. Besser einmal zu hart bestrafen als ein einmal zu weich auf den Hund einwirken. Im besten Fall natürlich, wenn Sie Ihren Hund direkt beim Fehlverhalten erwischen und bestrafen.

Falsches Mitleid bei der Bestrafung in der Hundeerziehung ist nicht angebracht, Ihr Hund reagiert nicht auf die zu weiche Bestrafung, daraus entsteht eine Spirale, selbst härtere Strafen wirken nicht beim Hund sondern härten ihn noch ab. Ihre Strafe muss unmittelbar und hart erfolgen, ein gesäuseltes „Nein“ interessiert Ihren Liebling relativ wenig, wenn er Spaß an der Jagd entwickelt hat.

Wichtig: Harte Bestrafung bedeutet nicht zwangsläufig den Hund zu verprügeln!

Die Strafe bei der Hundeerziehung muss ausnahmslos bei jedem Fehlverhalten erfolgen. Tun Sie das nicht und lassen Ausnahmen zu, so lernt er Situationen zu unterscheiden und wägt ab, ob er eine Strafe zu erwarten hat oder nicht und wartet auf seine Chance, z.B. um wieder zu Jagen.

Idealerweise erfolgt die Bestrafung während der Hundeerziehung anonym. Ihr Hund sollte glauben, dass die unangenehme Folge des unerwünschten Verhaltens nicht von Ihnen sondern aus der Situation und damit von ihm selbst heraus verursacht wird. Der Vorteil hiervon ist, dass das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund nicht getrübt wird und Sie weiterhin positiv an der Hundeerziehung arbeiten können.
Anonyme Strafen könnten sein:

Einschmieren von Gegenständen, die Ihr Hund gerne anknabbert mit Tabasco

An Plätzen, an denen Ihr Hund nichts zu suchen hat, bauen Sie ihm eine Falle aus leeren Konservendosen, die lauten Krach verursachen Je unbeteiligter Sie sich bei der Bestrafung verhalten, umso geringer ist die Gefahr, dass Ihr Hund Sie in Verbindung mit der Strafe bringt

Besonders sinnvoll ist es, wenn Sie Strafen parallel mit Ersatzverhalten trainieren. Trainieren Sie ein gewünschtes Ersatzverhalten schon während der Hundeerziehung könnte das zur Folge haben, dass eine Bestrafung erst gar nicht nötig wird. Je interessanter das Ersatzverhalten ist umso mehr konzentriert sich der Hund darauf dieses Ersatzverhalten zu erhalten, die Jagd könnte damit völlig uninteressant werden. Kommen Sie in Situationen, in der Sie wissen, dass er gleich sein Fehlverhalten zeigen wird, lenken Sie ihn mit positiven Ersatzverhalten ab und loben Sie ihn..

Das Fazit der Bestrafung ist, dass die Bestrafung sehr gezielt und bewusst eingesetzt werden muss. Bestrafen Sie Ihren Hund in der Hundeausbildung niemals unbedacht oder emotional wütend. Ebenfalls hat Strafe nichts mit Hundeausbildung zu tun sondern mit Hundeerziehung.