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Die Ellbogendysplasie beim Hund

Die Ellenbogendysplasie (ED) ist eine chronische Erkrankung des Ellenbogengelenks. Sie entsteht aus einer mangelnden Passung von  Oberarmknochen, Elle und Speiche,  die das Gelenk des Ellenbogens bilden.

Die Fehlentwicklung der gelenkbildenden Knochen führt zur Erkrankung, in deren weiterem Verlauf es zur Verhärtung von Gewebe,  Wucherungen von Knochensubstanz und Arthrosen im Ellenbogengelenk kommt. Weitere Symptome einer stärker ausgeprägten Ellbogendysplasie sind die Ablösung von Teilen des Ellen- und Oberarmknochens.

Die Missbildungen des Ellenbogens aufgrund einer ED führen zu einem nach außen gestellten Gelenk. Das Beugen und Strecken des Ellenbogens ist für den Hund schmerzhaft, ebenso wie Drehbewegungen des Gelenkes in leicht gestrecktem Zustand. Ferner kann es zu deutlich reibenden Geräuschen bei der Bewegung des betroffenen Ellenbogens kommen.

Ellenbogendysplasien werden beim Hund vorwiegend durch erblich bedingte Veranlagungen oder Überlastungen ausgelöst.
Die erbliche Veranlagung zur Ellenbogendysplasie tritt schwerpunktmäßig bei großen und schweren Hunderassen (Berner Sennenhund, Rottweiler, Deutscher Schäferhund, Deutsche Dogge) auf.
Bei gefährdeten Hunderassen ist besonders darauf zu achten, dass die Vorfahren der Welpen frei von der Krankheit sind. Selbst dann besteht allerdings keine absolute Sicherheit, dass ein Tier diesen Erbschaden nicht zeigt.

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Ellenbogendysplasie aufgrund von Überlastungen entstehen meist durch eine Kombination aus zu schnellem Wachstum und starker Gewichtszunahme des Hundes oder aufgrund unfallbedingter Verletzungen.
Eine richtige Welpenaufzucht mit passender, nicht zu energiereicher, Ernährung und Gewichtskontrolle hilft, überlastungsbedingte Ellbogendysplasien zu vermeiden. Das Knochenwachstum von Hunden ist im Alter von fünf bis neun Monaten besonders stark, weswegen sie in dieser Zeit anfällig für ein fehlerhaftes Wachstum der Knochen sind.

Die Möglichkeiten, eine ED zu vermeiden, sind begrenzt. Die wichtigste Maßnahme ist die Auswahl von Zuchttieren ohne Dysplasien. Auf Seite des Käufers eines Hundewelpen sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass ein entsprechend unbelasteter Stammbaum vorliegt.

Bei der Welpenaufzucht sind drei wesentliche Faktoren zu beachten, die helfen können, eine Ellenbogendysplasie zu vermeiden.

Zunächst ist dies die Gewichtsüberwachung. Ein überhöhtes Körpergewichts erhöht das Risiko von Knochen- und Gelenkfehlbildungen, da Welpenknochen in der Wachstumsphase ihre maximale Belastbarkeit noch nicht erreicht haben und formbar sind. Idealerweise sind die Rippen des Hundes immer gut zu ertasten. Das ist bei Hunden kein Zeichen von Unterernährung, sondern für ein gesundes Gewicht.

Welpen sollten außerdem mit speziellem Junghundfutter von guter Qualität gefüttert werden. Ist das Hundefutter ungeeignet, können verschiedene negative Auswirkungen auf Wachstum und generelle Körperentwicklung entstehen. Ellenbogendysplasien werden durch Futter begünstigt, das zu energiereich ist und den jungen Hundekörper zu übersteigertem, allzu schnellem Wachstum anregt. Daher empfiehlt sich der Einsatz von Junghundfutter bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres.

Der letzte wesentliche Faktor in der Welpenaufzucht ist es, dem Junghund eine, seinem Alter und Entwicklungsstand angemessene, Bewegung zu verschaffen. Junge Hunde sind nicht geeignet, neben Rädern herzulaufen, lange Wanderungen zu unternehmen oder Treppen rennend zu erklimmen. Dies strapaziert oder schädigt ihre  Gelenken und Knochen  – oft wohlmeinend, da der Hundehalter glaubt, seinem Liebling mit viel Bewegung etwas Gutes zu tun. All diese anstrengenden Bewegungen sollten vermieden werden, bis der Hund ein Jahr alt ist.

Ist erst eine Ellenbogendysplasie aufgetreten, so bedeutet das in aller Regel irreparable Veränderungen in den Ellenbogengelenken. Eine Therapie konzentriert sich aus diesem Grund darauf, eine weitere Verschlechterung der Hundegesundheit zu verhindern. 

Ein operativer Teil der Therapie kann notwendig sein, um abgelöste Knochenteile oder beschädigte Knorpelmasse aus dem Ellenbogengelenk zu entfernen. Gegebenenfalls wird auch der Ellenknochen durchtrennt, um verkrümmte Vorderbeine zu korrigieren.

Ergänzt wird dieses Vorgehen durch medikamentöse Therapien, die schmerzlindernd wirken und Knorpelmasse aufbauen oder schützen. Die Medikamente lindern das Leid des kranken Tieres und hemmen die Weiterentwicklung von Arthrosen, die mit einer Ellenbogendysplasie einhergehen.

Falls der betroffene Hund übergewichtig ist, wird eine möglichst rasche Gewichtsabnahme zum Teil der Therapie. Das reduzierte Gewicht senkt die Belastung der Gelenke. Um die erwünschte Abnahme zu erreichen, sollte die Futtermenge reduziert und ein Fastentag pro Woche eingeführt werden. Leider gibt es verschiedene Umstände wie Mitleid, intensives Betteln etc., die eine Durchführung dieser Maßnahme behindern können. In derartigen Fällen kann es ratsam sein, den Hund mit einer speziell zusammengestellten Diät zu versorgen, die sein gesundes Knochenwachstum nicht einschränkt.

Vervollständigt werden die therapeutischen Bemühungen durch Bewegungseinschränkung. Es gilt hier, die richtige Balance zu finden. Einerseits sollen die Gelenke des Hundes durch weniger Bewegung geschont werden, andererseits führt Bewegungsarmut zu Übergewicht und Muskelschwäche.

Der Hundebesitzer kann die Gesundheit seines Hundes zudem unterstützen, indem er Lebensverhältnisse herstellt, die Erkrankungen des Bewegungsapparates nicht begünstigen. Beispielsweise sollte das Tier einen Schlafplatz haben, der frei von Luftzug ist und eine entspannende, seinen Körper auf natürliche Weise stützende, Ruhehaltung bietet.

Ellenbogendysplasien  und Arthrosen, die aus ihnen entstehen, sind ernsthafte Erkrankungen. Bereits im Verdachtsfall sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden, damit dem Hund ein möglichst leidfreies Leben ermöglicht werden kann.

 

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